XR im Theater: Wie „Die Geißel des Himmels“ mit der Realität spielen will
Shownotes
Was wäre, wenn du morgen aufwachst und die Welt eine andere ist – aber außer dir niemand bemerkt, dass sie sich verändert hat? Und was, wenn andere Menschen dieselbe Realität ohnehin ganz anders wahrnehmen als du? Genau mit diesem Spiel unterschiedlicher Wirklichkeiten experimentiert eine neue Theaterproduktion, die XR nicht als technische Spielerei einsetzt, sondern zum Teil ihrer Geschichte macht.
Darüber spricht in dieser Folge von New Realities der Theatermacher Jost von Harleßem vom Duo F. Wiesel. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich damit, wie digitale Technologien sinnvoll auf der Bühne eingesetzt werden können. Dabei geht es ihm nicht darum, XR, KI oder andere Technologien als Gimmick zu verwenden. Stattdessen sollen sie neue Formen des Erzählens ermöglichen – und Geschichten auf die Bühne bringen, die dort bisher kaum umsetzbar waren.
Ein besonders ambitioniertes Beispiel dafür ist „Die Geißel des Himmels“, eine vom FFF Bayern geförderte Split-Reality-Science-Fiction-Theater-Experience nach Ursula K. Le Guins Roman „The Lathe of Heaven“. Darin kann der Protagonist George Orr mit seinen Träumen die Realität verändern. Nach jedem Traum ist die Welt eine andere – nur er selbst erinnert sich daran, wie sie vorher ausgesehen hat.
Für die Bühnenadaption wird genau diese unterschiedliche Wahrnehmung zum Prinzip: Das Publikum wird in zwei Gruppen aufgeteilt. Während ein Teil mit XR-Brillen erlebt, wie sich die Realität vor den eigenen Augen verändert, sieht der andere Teil über Bühne, LED-Wall und Augmented Video nur die jeweils neu entstandene Realität. Beide Gruppen erleben also denselben Theaterabend – aber nicht dieselbe Wirklichkeit.
Im Gespräch erzählt Jost, warum XR für diese Geschichte besonders gut funktioniert, weshalb Technologie im Theater kein Fremdkörper sein sollte und wie das XRT des Staatstheaters Nürnberg mit neuen technologischen Werkzeugen immersive Theaterformen ermöglicht. Außerdem geht es darum, wie F. Wiesel KI bereits auf der Bühne eingesetzt hat, warum Chatbots durchaus zu Mitspielern werden können – und welche Produktionen und Festivals man im Bereich Theater und neue Technologien im Blick behalten sollte.
„Die Geißel des Himmels“ feiert am 11. Februar 2027 im XRT des Staatstheaters Nürnberg Premiere.
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Transkript anzeigen
00:00:01: Wir haben ja schon öfter über XA im Theater gesprochen, aber selten über ein Stück bei dem die Technologie so gut zum Thema passt.
00:00:08: Denn in dieser besonderen Science-Fiction Geschichte dreht sich alles darum ständig in ganz andere Realitäten einzutauchen!
00:00:28: Claim oder unsere Idee.
00:00:29: Und deswegen machen wir auch viele Science Fiction Stories, ist eigentlich wie kann uns Technologie helfen, Geschichten auf die Bühne zu bringen?
00:00:35: Die vielleicht vorhin nicht auf die Bühne konnten?
00:00:37: in dem Sinne.
00:01:12: Ich heiß Wolfgang Kärler, ich bin Chefredakteur von UNZE-Neun und in dieser Folge habe ich einen der Finalisten unseres diesjährigen New Realities Awards zu Gast den Theatermacher Jost von Halasem vom DOF Wiesel.
00:01:25: Der sich gleich auch noch selbst vorstellen wird.
00:01:27: Dabei hat er aber eine spannende Sache unterschlagen nämlich dass er nicht nur selbst Theatererlebnisse mit neuen Technologien gestaltet sondern sogar ein Festival dazu kuratiert in Graz, das Digitalia-Festival für virtuelle Theaterformen.
00:01:41: Und damit zu unserem spannenden Gespräch über XRKI und generell neue Technologien im Theater – und insbesondere über das FFF Bayern geförderte Projekt Die Geisel des Himmels!
00:01:51: Viel Spaß!
00:01:52: Just erstmal herzlich willkommen im New Realities Podcast.
00:01:55: Du bist ja kein New Realties Neuling sozusagen, du warst auch Finalist beim diesjährigen New Realites Wettbewerb hier im Juli beim Festival der Zukunft.
00:02:02: das heißt einige kennen dich eh schon oder auch schon vorher weil du natürlich auch seit Jahren mit X-Art Technologien arbeitest.
00:02:07: aber für die, die dich erstaunlicherweise noch nicht kennen vielleicht kannst du mal erzählen was du machst und was XR damit zu tun hat.
00:02:14: Mein Name ist Jost von Halism.
00:02:16: Ich bin Theatermacher, wie man das so im weitesten Sinne nennt.
00:02:20: Ich komme ursprünglich eher aus der technischen Gestaltung von Theaterstücken also ich habe mich um das Licht gekümmert, um Video und den Einsatz wie Technologie im Theater verwendet werden kann und auch sinnvoll verwendete werden kann Und hab seit fünfzehn Jahren ein Duo F-Wiesel in dem wir gemeinsam eigentlich Stücke erstellen, die mit der Einbindung von technologischen Elementen arbeiten um Geschichten zu erzählen und wir erzählen so in der Richtung von Figurnteater, Sprechtheater, Performances, Lectures verschiedene Theaterabende.
00:02:51: Die Technologie verwenden, um Geschicht über Gemeinschaft zu erzählten im weitesten Sinne vielleicht.
00:02:56: Wie bist du da gelandet?
00:02:58: Ich habe angewandte Theaterwissenschaft studiert in Gießen.
00:03:02: das ist ein Studiengang wo man sehr viel machen kann, sehr viel ausprobieren kann.
00:03:06: Sehr viel forscht, sehr akademisch auch sich damit beschäftigt wie Theater funktioniert was Theater überhaupt ausmacht und was es sein kann.
00:03:14: Und das besondere bei diesem Studiengang Auch wenn er ein sehr praktischer Studiengang ist dass er keine direkte Verbindung jetzt zu Schauspielerinnen hat.
00:03:23: Das heißt dem Studiengang wird immer gerne nachgesagt dass wir so Probleme mit Schauspielen haben und was dagegen haben aber kommt eher aus der Notwendigkeit.
00:03:31: Der ist in Gießen, das so ein bisschen weiter in der Prairie und da haben wir dann aus der notwendigkeit von Wir haben keine Schauspieler auf der Bühne aber können wir trotzdem einen Stück machen wenn wir an Beamer kommen Wenn wir an Technik kommen Und wenn wir einen leeren Raum haben in dem Publikum sein können wir immer noch Theater machen Und das resultiert dann häufig in Theaterabenden, die sehr wenig auf der Bühne brauchen oder mit technologischen gegebenen Händen erzählen.
00:03:56: Oder mit ganz anderen Arten erzählen, dass das Publikum ins Reden kommt, dass Menschen auf die Bühnen kommen, die keine Schauspielerinnen sind... ...oder dass Dinge auf die bühne kommen, welche da vielleicht sonst nicht so vertreten sind?
00:04:08: Du hast schon gesagt, ihr habt ein Studio F Wiesel!
00:04:10: Das bist du nicht alleine, ist halt ein Doppelpakt.
00:04:12: Vielleicht kannst du dazu noch kurz was sagen.
00:04:14: Genau, das ist Hanke Wilsmann und ich mache das zusammen.
00:04:18: Wir haben uns im Studium so zusammengefunden und haben angefangen vor allem aus einer Zuwendung zu Figurnteater gemeinsam Stücke zu machen – immer Theater mit sehr vielen Kabeln.
00:04:30: also.
00:04:30: wir haben auch beim Figuren- und Objekttheater immer mit Livekameras gearbeitet und immer mit Vergrößerungen, Maßstäben und verschiedenen Techniken gearbeitet wie man so kleine Figuren ins Erzählen bringen kann.
00:04:41: Und da haben wir jetzt über die letzten Jahre dann Installation gemacht, Lectures gemacht, Performances auch und haben auch als du erfiesel drei jahrelang jetzt am Schauspielhaus Graz gearbeitet um dort auch so ein Forschungslabor eigentlich zu betreiben was sich genau damit auch wieder auseinandersetzt mit diesen Fragen des sinnhaften Einsatzes von Technik im Theater.
00:05:04: Eine Technik die er nutzt ist XR.
00:05:06: seit wann arbeitet ihr mit Virtual Reality oder Mixed Reality or Augmented Reality?
00:05:12: Im engeren Sinne, würde ich sagen seit.
00:05:16: Wir müssen immer dazu sagen wir haben damit angefangen bevor Corona kam weil dann kam eine Riesenwelle im Theater die sich damit beschäftigt haben und da haben wir ein Stück gemacht.
00:05:26: das war damals noch auf der Quest zwei wo wir uns in virtual reality Setting befanden.
00:05:32: was uns aber immer gefehlt hat bei VR Stücken auch wenn es volle Bewegungen gab, ist dass man keinen Gefühl für einen Raum oder eine Örtlichkeit hatte.
00:05:41: Und was wir dachten, was das Theater sehr gut kann, ist Räume bauen, Bühnenbilder bauen.
00:05:45: und da haben wir tatsächlich einen Raum gebaut vier mal vier Meter in dem man sich mit der Brille bewegen kann und der war recht präzise eigentlich auf ein Zentimeter genau gemetscht, mit dem ich in der Brilla sehe und dadurch hatte ich so ein haptisches Feedback um konnte mich in den Raum bewegen und das ganze hieß dann Der Mensch erscheint im Holodeck Bezug sich auf die Geschichte von.
00:06:07: der Mensch erscheint im Holozähnen.
00:06:08: Also eine Einzelperson, die allein in einem Raum ist und sie sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzt und sich damit beschäftigt und diesen Ort zu erzählen und wirklich dem auch Zeit zu geben.
00:06:19: das war so Die Idee davon und dass wir das erste Mal, dass wir dann wirklich Virtual Reality als Grundmittel verwendet haben und da auch sehr lange dann dran forschen konnten und ausprobieren konnten.
00:06:30: Vielleicht kannst du uns noch damit man eine konkrete Vorstellung, noch konkretere Vorstellungen von deinem und eurer Arbeit kriegt.
00:06:34: Noch ein paar eins zwei andere Projekte vorstellen vielleicht auch aus der jüngeren Zeit wo auch xa möglicherweise eine Rolle gespielt hat.
00:06:42: Ja also wir haben eine langjährige Kooperation.
00:06:45: jetzt inzwischen hatten wir drei Produktionen im Theater Heidelberg mit denen wir immer wieder zusammen gearbeitet haben.
00:06:52: Da war die erste Arbeit, war schon fast eher klassisches Puppen- oder Figurnteater.
00:06:57: Das hieß Restworld und da haben wir so diesen ganzen Westworld... ...war damals groß als Serie und dann haben wir uns mit dem Originalfilm beschäftigt und haben zusammen mit Dietmar Darten im Auto der auch in der Science Fiction sehr versiert ist und da sehr engagiert ist ein Stück geschrieben was sich damit beschäftigt tatsächlich wie KI einmal sein könnte und wie KI sich selber reflektieren kann und hatten da noch sehr klassisch für fünf Schauspieler auf der Bühne auch.
00:07:23: Und da war der Autor eigentlich unser large Language Model, der sich selbst als Schreibmaschine beschrieben hat und gesagt hat, sagt mir einfach was ihr braucht?
00:07:30: Und er hat uns eine Masse geschrieben!
00:07:32: Da haben wir dann ein Stück gemacht wo wir auch viel mit Live-Kameralive-Video gearbeitet haben und versucht haben erstmal so einen Diskurs eigentlich aufzumachen.
00:07:39: Was ist Arbeitskraft, wie funktioniert KI und wie funktioniert Robotik?
00:07:44: vielleicht auch Aus dieser Zusammenarbeit eigentlich mit dem Theater dann immer wieder so Science-Fiction-Armene da gemacht und der Letzte davon war jetzt immer nach Hause, always coming home von Ursula Kaley Gwynn.
00:07:57: Wo wir versucht haben... auch tatsächlich augmented reality xr mit ins theater zu bringen was immer so ein bisschen schwierig ist weil wir haben.
00:08:07: Neunzig leute im publikum das sind kleine studiostücke den wir jetzt nicht allen device geben können auch um zeitlich durch son abend zu kommen.
00:08:14: sehr viel story und always coming home is in buch von dieser autorin science fiction autorin dass sich mit einer Archäologie der Zukunft beschäftigt.
00:08:24: Das heißt, es ist ein Ausgraben, ein Suchen nach Informationen und einen Ausgraben von einer Gesellschaft die es einmal gegeben haben werden könnte.
00:08:33: Und diese Suche dafür haben wir den Spielenden ein Tablet gegeben, mit dem sie sich durch den Raum bewegen können quasi stellvertretend fürs Publikum diesen Raum absuchen können nach Fundstücken, nach Elementen, haben mit Trackern gearbeitet aber auch mit einer Live-Kamera eine Augmented-Ebene mit dabei hatte.
00:08:51: Und das hat überraschend gut.
00:08:53: dann funktioniert eigentlich, so ne Gemeinschaft von digitalem Raum und analogen Raum immer wieder zu erzählen und hervorzuholen.
00:09:01: Auch wenn es viel auf ner Leinwand passiert, hat man sehr schnell so ein Match von.
00:09:04: ich sehe Dinge plötzlich im Raum die vielleicht gar nicht da sind.
00:09:07: Ich sehe ein erweitertes Bühnenbild, ich sehe Buren von einer Welt die jetzt gerade nicht da ist.
00:09:12: Dieses Doppelbild hat uns da wahnsinnig interessiert!
00:09:16: Das heißt nur um so richtig zu verstehen die Spuren dieser Welt nach der archäologischen Suche, die man dann in der augmented reality versteckt?
00:09:22: Genau.
00:09:23: Also man war eigentlich im fast schwarzen klassischen studiotheaterraum, indem ein paar green screen Elemente verteilt waren und alles was ich tatsächlich an Objekten und Dingen gesehen habe wurde durch XR, durch Augmented Reality eigentlich hervorgeholt und war dann im Raum verortet.
00:09:40: Das heißt wir hatten verschiedene Requisiten und Objekte die im Raum Positionen hatten und dort konnten sie, die konnten die Spielerinnen dann filmen und hervorholen sich damit auch beschäftigen sich diese Objekten auch geben gegenseitig Und damit eigentlich anfangen diese Geschichte zu erzählen und das was sehr Theater immer sehr gut kann eigentlich so leeren Raum als existent Als existente Dinge behaupten, da haben wir dann augmented reality benutzt um das noch ein bisschen weiter zu spenden diese Geschichte.
00:10:09: Wir werden noch einmal grundsätzlich bevor wir wieder konkret werden und auch wieder zu Science Fiction aus der Liquid zurückkommen.
00:10:16: Diese Schnittstelle von digitalen Technologien und Theater hast du ein bisschen gesagt.
00:10:19: es lag auch daran dass an deinem Studienort ihr aus der Not eine Tunung gemacht habt und einfach Technologin genutzt hat um Theaterabende zugestalten ohne jetzt ein großes Ensemble.
00:10:29: Aber das wird nicht der einzige Grundsatz, warum du dich mit diesem Team beschäftigt.
00:10:32: Warum passt es aus seiner Sicht zusammen?
00:10:35: Warum braucht Theater überhaupt digitale Technologien?
00:10:37: Weil's ist ja ein sehr langenlebiges Medium, dass wirklich Jahrhunderte sogar Jahrtausende auch ohne digitale Technologie sehr gut funktioniert hat und auch immer noch funktioniert.
00:10:48: Da würde ich vielleicht noch so einen kleinen Schritt zurückgehen weil das Theater ohne Technologie generell funktioniert.
00:10:55: Das ist ja auch bestätigt und ich mag auch sehr gerne Theaterabende, die in einem leeren Raum laufen, wo mir eine Person Geschichte erzählt und ich brauche auch wirklich kein Video oder Technik im Theater damit ich einen guten Abend habe.
00:11:08: Wenn sie verwendet wird und wenn ich auch über Technologien erzählen will dann sollte es sie mit in den Raum bringen und sollte sie irgendwie sinnhaft einsetzen und nicht als Gimmick dazu.
00:11:17: das vielleicht so erstes Grundsatz wie wir daran gehen.
00:11:21: Im Endeffekt hat Theater seitdem es das Feuer gibt, immer Technologien verwendet.
00:11:27: Hat jede Technik die gerade da war sehr frisch direkt auf die Bühne geholt weil es ein experimenteller Ort ist.
00:11:33: Das heißt dass Feuer irgendwelche Hebebüden Kräne... Die gesamte Architektur von Theater ist hochtechnologisch schon in Griechenland irgendwie hingesetzt.
00:11:42: wie können wir verstärker bauen?
00:11:43: Wie können wir Bühnmaschinerie bauen um zu erzählen?
00:11:45: und dann kam irgendwann noch der Film dazu und es kam irgendwie Laser dazu eigentlich Digitaltechnologie in dem Moment dazu, wo überall in der Welt digitale Technologien dazukamen.
00:11:58: Nämlich, wo wir das als Steuerungssysteme benutzt haben.
00:12:00: Das heißt spätestens seit den Achtzigern fing dann an, in jedem Theater ein digitales Lichtpult zu stehen um Prozesse und Vorgänge zu steuern.
00:12:08: Und es ist relativ selbstverständlich wie diese Dinge immer wieder reinkommen und auch das Theater, wie wir's sehen prägen und unsere Erzählungen prägt.
00:12:17: Jetzt weil Es wird immer schneller, es kommen immer mehr Dinge dazu.
00:12:23: Kommen die Theater auch häufig gar nicht mehr mit was es an neuen Möglichkeiten gibt.
00:12:27: Die einzubinden was aber nicht heißt dass das ist die Theater nicht machen.
00:12:30: also die meisten Theater sind dann doch offener als man manchmal denkt auf wenn sie wahnsinnig träge darin sind tatsächlich dann Räume zu ermöglichen wo die Technologien ausprobiert werden können.
00:12:41: und wir glauben daran dass tatsächlich wir haben eine große Lust auf technologien und auch daran, wie kann man darüber erzählen was Technologien mit unserer Welt anrichten?
00:12:54: Was sie mit uns machen.
00:12:56: Und um das zu machen wollen wir die mit in den Raum holen und haben die ab dem ersten Proben-Tag eigentlich dabei und wollen auch Theatern ermöglichen zu sagen hey wenn ihr euch dafür interessiert Wir haben das Know How und wir haben das Interesse daran das ernsthaft mit reinzubringen und zu verhandeln Bevor es dann auch ganz viele Theater oder ganz viele Abende gibt, die Technik so mit en passant irgendwie mit reinbringen.
00:13:17: und unser Claim oder unsere Idee.
00:13:19: Und deswegen machen wir auf viele Science Fiction Stories ist eigentlich wie kann uns Technologie helfen Geschichten auf die Bühne zu bringen, die vielleicht vorhin nicht auf die bühne konnten?
00:13:27: in dem Sinne.
00:13:28: Das heißt jetzt geht schon auch darum, Technologie ein bisschen zu verhandeln indem man sie auch einsetzt.
00:13:33: nun neigt natürlich der Kulturbetrieb oft dazu, sehr kritisch und sehr skeptisch zu sein gegenüber Technologien.
00:13:41: Und auch sehr dystopisch.
00:13:43: Nun müsst ihr aber auch ein Stück weit begeistert sein von den Technologen, die du nutzen.
00:13:46: Es würde nicht die ganze Zeit damit arbeiten.
00:13:48: also wie geht ihr das inhaltlich an?
00:13:49: Ist seid ihr da... ist es dann eher ambivalent wenn ihr über Technologin euch Gedanken macht weil ich habe schon manchmal das Gefühl dass manchmal kulturelle Auseinandersetzung mit neuen Technologinnen etwas erwartbar ist.
00:14:02: Wie macht ihr das?
00:14:04: Ich glaube, wir sind auf jeden Fall erst mal skeptisch.
00:14:07: Aber haben total Lust herauszufinden was möglich ist.
00:14:10: und wenn wir mit einer Technologie arbeiten wollen wir die wie schon meinte ernst nehmen Und auch voll umfänglich einsetzen und nicht unbedingt einen Abend machen der darüber redet.
00:14:21: das ist immer sehr einfach und Es geht auch immer sehr gut den ersten abend dem man mit einer technologie macht sehr darauf zu Konzentrieren über die technologie als solche zu sprechen.
00:14:33: Aber diese Stücke gibt es eigentlich an jedem Theater.
00:14:37: Also jedes Theater macht im weitesten Sinne jetzt ein Stück darüber, wie kann KI uns die Texte schreiben und dann gibt es so eine Szene?
00:14:45: Und dann spielen die Schauspieler, dann sehen alle oh das ist ja ganz weirder Text, das ist sehr ganz komisch.
00:14:50: Na kann uns die Arbeit nicht abnehmen aber vielleicht müssen wir damit zusammenkommen.
00:14:55: Dieses Stück wird ganz oft aufgeführt.
00:14:57: Das hat ganz viele Namen und das macht jedes Theater, was aber auch noch heißt dass da Menschen sind die sich mit etwas beschäftigen und versuchen damit klarzukommen.
00:15:06: Spannend wären die Technologien in dem Moment wo sie alle dieses eine das erste Stück eigentlich gespielt haben und dadurch sind und dann anfangen zu sagen okay und was jetzt?
00:15:15: Was können wir jetzt damit erzählen?
00:15:16: darüber hinaus Und das haben wir haben diese Stücke auch gemacht haben aber auch immer wieder versucht zu gucken.
00:15:25: Wie kommt man dann damit weiter und wie kommt man darüber in der Erzählung, die sich nicht nur mit der Technik beschäftigt?
00:15:31: Im Endeffekt ist es uns aber wichtig immer einen Rahmen zu schaffen wo wir sagen hier macht die Technik gerade Sinn!
00:15:37: Und wenn die Techniko Sinn macht... Dann ist auch nicht die skeptische Frage, ob das gerade ein Fremdkörper ist.
00:15:43: Weil wir wollen keine Stücke machen wo die Technik schon von Anfang an als Fremddkörper eingeladen wird weil das es erzählt sich wahnsinnig schnell und ist nicht so spannend.
00:15:50: Wir suchen immer Rahmen wo wir sagen wir können das ernst nehmen Und hier ist die technik ein ernst zu nehmender Partner und ist wie bei einem guten Gastgeber fühlt sich gerade wirklich kommen und wird ernst genommen und dann kriegen wir meistens irgendwelche Momente in die wir vorher nicht schaffen konnten.
00:16:05: Das interessiert uns wahnsinnigt
00:16:07: sehr spannend.
00:16:07: du Arbeitet ihr gerade an einer Science Fiction Produktion wieder, sie heißt die Geisel des Himmels.
00:16:14: Die hast du auch hier beim New Relatives Web vorgestellt.
00:16:17: der fff Bayern fördert das mit seinem xa Förderungsprogramm die Produktion mit sechzig tausend Euro
00:16:23: und
00:16:24: Ihr beschreibt es als eine Split Reality Science Fiktion Theater Experience.
00:16:28: da steckt viel drin, in diesem Begriff.
00:16:31: Bevor wir das Wort aufdröseln die simple Frage also die ganz simple Frage Wann wird die Geißel des Himmels fertig sein und wo wird man sie dann sehen können?
00:16:40: Du musst jetzt nicht das genaue Datum, es kann auch Roundabout sein.
00:16:42: Ja ist ab Februar Anfang Februar nächsten Jahres also im XRT Nürnberg Und das ist im Endeffekt die Spielstätte des Staatstheaters Nürnberg, wo sie auch neue Technologien verhandeln.
00:16:59: Ganz viel mit XA machen und ganz viele Produktionen machen, die versuchen, XA als Storytelling-Medium ins Theater zu bringen.
00:17:09: Freut mich das Nürnberger immer sehr, wenn wir den Leuten Gründe geben können obwohl es eh unendlich viele gibt nach Nürnenberg zu gehen.
00:17:15: So jetzt drösen wir das Wort auf!
00:17:17: Wir fangen aber in der Mitte ein nicht mit der Split Reality sondern mit der Science Fiction.
00:17:20: Es ist eine science fiction Story Aber nicht irgendeine Geschichte.
00:17:23: vielleicht kannst du uns kurz erzählen was sich hinter dem Titel die Geisel des Himmels klingt ja auch irgendwie fast schon brachial Was ich dahinter für eine story verbirgt und von wem sie stammt.
00:17:35: Ja, hinter diesem brachialen Titel verbirgt sich auch so ganz viele Übersetzungsfehler.
00:17:40: Also im Englischen heißt es The Laith of Heaven was eher die Drecksel des Himmels wäre ich weiß nicht ob das attraktiver klingt und was aus einer Beschäftigung von der Autorin kam mit einer ostasiatischen Kultur und der Philosophie und also vielleicht genau diesen.
00:17:57: dieser Titel kam eigentlich außer Beschäftigungen Philosophie und mit falsch übersetzten Zitaten, die sie da gefunden hatte zusammen.
00:18:05: Und beschreibt aber trotzdem ganz gut, wo es dann geht.
00:18:09: Also Ursula Le Guin hat in den Sechzigern, neunzehne- sechzig angefangen zu schreiben eigentlich war sie Lyrikarin, hat damit nicht viel Geld gemacht und hat dann aber recht früh angefangen in so einem aufkommenden neuen Science-Fiction-Genre zu schreiben und da auch sehr erfolgreich Geschichten zu schreiben.
00:18:29: Und die Geißel des Himmels ist ihre erste oder eine ihrer ersten längeren Geschichten, die sich auch noch viel an der Ästhetik von Philipp Kedick und anderen Autoren der Zeit so angeliedert.
00:18:43: Was da passiert ist dass sie versucht eine Philosophie zu überdeben, die beschreibt Wie ist der Mensch in der Welt und wie kann ein Mensch auf Realität zugreifen?
00:18:54: Und wie gehe ich damit um, dass sich als Mensch mich in einer Realität befinde die sich kontinuierlich umendet.
00:19:01: Und die über meinem Zugriff eigentlich drüber legt?
00:19:03: das ist so die Grundannahme und darüber hat sie eine Geschichte geschrieben von einem Menschen, George Orr.
00:19:09: Ein Träumer der eigentlich gar nichts an der Welt ändern will, der sich wirklich wahnsinnig passiv verhalten will und auf nichts zugreifen will.
00:19:17: Der auch sehr glücklich als Bauzeichner irgendwie lebt.
00:19:21: Auch schon in einem Kalifornien... im gruseligen Jahr zweitausend, wo eine große Klimakatastrophe eingesetzt hat.
00:19:30: Weite Teile des Landes überflutet ist Atomenkriege herrschen.
00:19:33: Es ist damals auch schon eine Science Fiction natürlich gewesen.
00:19:37: und dieser George Orr hat aber das Problem dass immer wenn er träumt seine Träume die Realität beeinflussen.
00:19:44: Das heißt wenn er aufwacht ist die Welt eine andere und nur er weiß, dass die Welt einer anderen ist.
00:19:49: Und auch nur er weist das seine Träume dafür verantwortlich ist.
00:19:52: Das heißt wenn George Orr von einem pinken Hund träumt dann wird es am nächsten Tag auf der ganzen Welt pinke Hunde geben.
00:19:58: Die wird es auch schon immer gegeben haben.
00:20:00: Es wird ne wahren Wirtschaft um diese pinken hunde geben.
00:20:04: Es wird Erzählungen darüber geben und jeder wird wissen, dass es sie schon immer gab.
00:20:07: Das heisst es hat wirklich so einen rikkosiven Eingriff in die gesamte Weltgeschichte und in den gesamten Grundsätzlichkeiten Und das macht ihm wahnsinnig zu schaffen, weil es nicht nur um pinke Hunde geht.
00:20:18: Sondern auch wenn er von der Tante träumt hier nicht mag die wird dann am nächsten Tag auch schon lange gestorben sein und wird einen Unfall vor Jahren gehabt haben.
00:20:26: Das wird alles nicht gegeben haben was ihr mit ihr assoziiert und auch wenn ja von einer Hungersnot träumten gibt es sie tatsächlich.
00:20:34: Das heißt er hat ein Wahnsinn gemacht auf die Welt und das begeht sich nicht nur auf seinem persönliches Umfeld sondern wirklich auf die gesamte Menschheit Und das macht ihm sehr zu schaffen.
00:20:44: Deswegen nimmt er Medikamente, damit er nicht mehr einschlafen muss, weil er diese Medikamente nimmt und kommt in diesen etwas AWOL-SYSTEM wird er zu einem Psychiater gebracht, weil der Medikamentmissbrauch betreibt.
00:20:55: Der Psychiator glaubt über natürlich erst mal kein Wort versucht ihn zu analysieren.
00:21:00: Das ist dann so sehr viel Traumdeutung und Freude was da so reinspult Und wird auch immer abstußer wie dieser Psychiater versucht ihn zu behandeln, der dann aber irgendwann recht schnell dann doch merkt.
00:21:12: Da ist was dran und George Orr kann tatsächlich mit seinen Träumen Realität beeinflussen.
00:21:17: Was machen wir da am besten?
00:21:19: Wir nutzen jetzt George Orm die Welt zu retten!
00:21:21: Und wir nutzen George Orn um eine bessere Welt zu schaffen von der wir eigentlich träumen.
00:21:26: und diese... Psychiater William Haber wünscht sich dann verschiedene Dinge, er sagt Träumen von einer Welt ohne Rassismus und am nächsten Tag sind plötzlich alle Menschen grau.
00:21:36: Und es gibt keine Hautfarben mehr was aber auch dazu führt dass manche Menschen plötzlich auf der Welt fehlen die erst durch diese durch systemischen Rassismus überhaupt in diese Welt Realität reinkamen und andere Dinge auch wahnsinnig ins Ungute kippen.
00:21:51: und dann soll George Orr davon träumen, dass es kein Krieg mehr auf der Welt gibt weil die welt sich in einem dauerhaften krieg befindet was Dann dazu führt das am nächsten tag aliens auf mond landen und die gesamte welt vereint gegen dieser aliens auf mont vorgeht.
00:22:06: Und dann wird das wieder angepasst dieser traum und gesagt ja die aliens sollen nicht mehr auf dem mond sein.
00:22:10: Am nächsten tag sind die aliens auf der erde.
00:22:12: also es gibt immer wieder so Ein bisschen genieartige Verschiebungen dieses Wunsches.
00:22:17: Sie sind nie bösfällig und das glaube ich auch das Interessante, es ist ein wahnsinnig sinnlicher und unterhaltsamer Zugriff eigentlich auf die Unmöglichkeit wie wir Realität umbauen können und hat dann immer wieder weitere Verwirrung wie die Realität sich nach und nach immer weiter umformt in was – wie sie am Anfang gar nicht vorstellbar war – am Ende komplett crashed, alle Realitäten stürzen ein.
00:22:40: Alle Menschen werden sich plötzlich aller Realitäten simultan bewusst die es mal gab.
00:22:44: Es ist so ein frühes Multiversum eigentlich.
00:22:47: Alle kriegen eine Sinnkrise und finden dann flächende heilsamen Weg daraus.
00:22:52: Warum habt ihr euch gerade diese Geschichte von dieser Autorin ausgesucht?
00:22:58: Es war die Idee eigentlich, dass wir Nürnberg eine Produktion machen wollten.
00:23:04: Gerne mit den Technologien, die da sind.
00:23:06: und wir hatten diese Autoreben schon länger uns mit beschäftigt auch in unserer vorhergehenden Produktion in Heidelberg gearbeitet und hatten immer dieses Stück wo wir sagten das ist ein superklassisches Kammerstück eigentlich es gibt drei Personen zwei Aliens kommen später noch dazu Die im Raum sind eigentlich in diesem Behandlungszimmer des Arzes und schauen viel aus dem Fenster und die Welt baut sich um.
00:23:28: Und wir wollten das schon mal in anderen Orten machen und haben aber immer gemerkt, die Bühnmaschine, die man bräuchte um das zu erzählen oder... ...das technische Spektakel was es bräugte.
00:23:37: Um zerzählen dass sich dieses Bühnenbild eigentlich alle zehn Minuten komplett verändert.
00:23:42: Das fehlt uns noch!
00:23:43: Und als wir von Nürnberg die Anfrage bekommen haben dann ein Stück zu machen kam uns das wieder in den Kopf weil wie gesagt gesagt haben, ah hier ist sowohl ein Team was mit Technologien arbeiten kann.
00:23:52: Es gibt die Ausstattung mit XR zu arbeiten und auch die Erfahrungen wie man mit Xr im Publikum arbeiten kann.
00:23:59: dann dachten wir wenn es einen Stück gibt das sich mit veränderter Realitätswahrnehmung beschäftigen kann dann ist es doch eigentlich die Geistel des Himmels genau.
00:24:08: Das heißt die Geschichte steht ja auch ein bisschen dafür was man mit xr-Technologien machen kann gerade auch so etwas wie Mixed Reality wo man ja wirklich die echte Welt scheinbar verändern kann oder?
00:24:17: Genau Das war tatsächlich so der Wunsch und die Idee zu sagen, wie kann man einen Rahmen schaffen für diese Erzählung?
00:24:25: Die ganzen viel davon auch ausgeht.
00:24:27: Wie ein Mensch die Welt sieht und wie andere Menschen die Welt sehen und wie man mitkriegt, wie sich vor unseren Augen eigentlich Welt umbaut.
00:24:34: Und das ist im Theater ja gar nicht unüblich dass ich da sitze und sich wirklich wahnsinnig riesen Dinge die ganze Zeit bewegen und auch eine Drehbühne irgendwie Tonnen von Bühnenbild rotieren lassen.
00:24:44: Jetzt ist das XRT in Nürnberg aber eine sehr kleine Bühne, das ist irgendwie fünf, zehn mal zwölf Meter.
00:24:50: und trotzdem können wir da diese Technik des Theaters reinbringen und auch die ganz klassischen Techniken, die es im Barocktheater spätestens gibt, in den Raum bringen und diesen Raum immer wieder umformen, dass Bühnbild neu erzählen und auf Figuren reinbringen, die sonst gar nicht in diesem Raum reinpassen
00:25:05: würden.".
00:25:06: Man kann sich trotzdem leichtere Geschichten raussuchen, weil jeder nach die gesamte Welt umzubauen ist ja durchaus aufwändig.
00:25:15: Da kommt vielleicht an der Begriff des Split Realities rein.
00:25:19: wie setzt ihr das?
00:25:20: technisch um, weil natürlich könnte man das Stück wie du gesagt hast ganz klassisch machen.
00:25:25: Ganz ohne irgendwelche irgendwelches Bühnenbild.
00:25:28: und die schauen halt aus dem Fenster und erzählen dass sie da jetzt plötzlich pinke Hunde sehen.
00:25:32: Man muss es sein glauben aber ich vermute ihr wollt ja schon einen Schritt weitergehen als nur auf der Sprachebene diese sich veränderte Welt darzustellen oder?
00:25:41: Ja also auf der sprachemene ist es ein toll geschriebenes.
00:25:44: in Theater sagt man well made play.
00:25:46: Das sind tolle Dialoge sehr witzige Dialoges auch dort unterhalten wird.
00:25:51: Die Umformung der Welt passiert kontinuierlich und im Hintergrund, hat auch gar nicht immer so viele Beschreibungen tatsächlich.
00:25:58: Das ist auch gar nichts Interessant wenn die Spielerinnen auch noch die ganze Zeit damit beschäftigt sind diese Welt zu beschreiben.
00:26:04: Und die Idee, die uns eigentlich auch wahnsinnig interessiert hat ist das in diesem Buch immer wieder ein Unterschied gemacht wird wie George Orr, diese Hauptfigur die Welt sieht also dieser Träumer.
00:26:14: Wie er die Welt wahrnimmt auf wovon er träumt was er sieht und wie alle anderen um ihn herum die Welt sehen.
00:26:20: das heißt wir haben eigentlich wirklich diese Situation von eine Person sieht diese Umformung der Welt sieht dieser Anpassung und die Anderen Menschen kriegen nur die Effekte davon mit merken aber nie dass sich die Welt umgebaut hat.
00:26:35: Daher kam so ein bisschen die Idee, eine Split Reality aufzubauen.
00:26:38: Das heißt wir haben im Endeffekt zwei Gruppen in Publikum.
00:26:41: Wir haben einmal... Eine Hälfte des Publikums ist auf der Seite von George Orr.
00:26:46: Sieht wie sich die Realitäten verändern?
00:26:48: Sehen durch XR-Brillen tatsächlich die Umformung der Welt.
00:26:51: Sehen Figuren, die plötzlich auftreten, die vielleicht aus ganz anderen Realitätsähnen kommen und sehen diese Verformungen oder diese Anpassung immer wieder.
00:27:00: Und Split Reality ist es deswegen weil wir ne zweite Publicumsgruppe haben auf der Perspektive des Psychatas und George Orr's Anwält entstehen, die immer wieder nur sehen wie sich die Welt jetzt verändert hat.
00:27:12: Das heißt wir arbeiten damit mit einer LED-Wall und auch wieder Augmented Video über eine Livekamera.
00:27:19: Und sie sehen immer wieder, wie sich diese Welt verändert hat!
00:27:21: Wir versuchen eigentlich in unserem Experiment herauszufinden was es für zwei Publikumsgruppen den gleichen Theaterabend sehen Aber unter verschiedenen Bedingungen.
00:27:31: D.h.,
00:27:31: die eine Gruppe mit den XR-Brillen wird nicht das bessere Erlebnis haben, sondern sie werden was anderes sehen wie die Gruppe, die viel über die LED Walls sehen werden und mit den Spielerinnen tatsächlich in diesem Raum sind und sich darauf konzentrieren.
00:27:44: Und diese Aufspaltung haben wir im Theater immer.
00:27:46: Wir haben immer ein Publikum, was rauskommt.
00:27:48: Man kann sich immer danach sehr unterhalten von Was hast du gesehen?
00:27:52: Wie war dein Abend?
00:27:53: Was hast Du wahrgenommen?
00:27:54: Was habe ich wahrgenommen?
00:27:56: Und diese Grundprämisse des Theaters wollen wir eigentlich mit der Technologie noch ein bisschen weiter verstärken, noch ein wenig weiter pushen.
00:28:02: Vielleicht auch Leute dazu bringen öfters in den Abend zu gehen oder sich vor allem danach darüber zu unterhalten was sie wahrgenommen haben und wie für Sie die Realität dieses Abends eigentlich ausgesehen hat?
00:28:15: Ich meine es ist ja so das Bild ist ja trotzdem.
00:28:18: auch wenn hier die Welt vermutlich nicht durch irgendeinen Träumen jede Nacht umgebaut wird wissen wir ja nicht dass es jedoch ist Die Welt, die selbe Welt in der wir uns alle bewegen.
00:28:28: Jeder sieht sie anders und erklärt sich anders.
00:28:30: also das greift da ja eigentlich was sehr Alltägliches auf worüber man sich nur keine Gedanken macht dass.
00:28:34: Also wir wissen nicht mal sicher dass wir visuell dasselbe sehen wenn ihr es ja nur an.
00:28:38: ja also Wir haben den gleichen Namen für die gleiche Farben aber ob wir die alle gleich wahrnehmen wie wissen wir nicht.
00:28:42: Ja und das ist die hoffentlich auch bei vielen armenen die wir gemacht haben Auch gerade bei installativen Arbeiten wo immer noch eine Person im raum kommt dass uns gar nicht nur interessiert was nimmt diese eine person gerade in ihrem raum war oder was sie die eideperson wenn sie ihre vor erbrille trägt.
00:29:00: Oder was sieht die eine Person im publikum sondern uns interessiert danach auch wie kriegen wir die leute dazu darüber zu sprechen was ihr gesehen haben und was passiert in dem moment wo ich mich mit jemandem darüber unterhalte was ich gesehen habe, und plötzlich unterschiedliche wahrnehmungen da waren weil das ein wahnsinnig toller moment am theater ist ein wahnsinnig Toller Moment der gemeinsamen Wahrnehmung, weil wir sagen können.
00:29:20: Wir waren am gleichen Ort aber hatten unterschiedliche Erfahrungen, wir hatten unterschiedlichen Bedingungen erlebt und dann kommen wir ins Gespräch und da geht dieses Theaterstück dann eigentlich weiter und da gehen auch die anderen Arbeiten, die wir machen, eigentlich weiter.
00:29:32: Weil wir ja auch einen sehr großen Spaß haben Leute auf unterschiedlicher Wege zu führen um tatsächlich in Austausch danach zu ermöglichen.
00:29:41: Du hast schon gesagt ihr macht das für das XAT vom Staatster Denürberg?
00:29:45: Dort hat man schon viel mit der Technologien Gabel auch ein offenes Toolkit angelegt.
00:29:50: Was habt ihr da sozusagen vorgefunden und schon nutzen können?
00:29:53: Und was können vielleicht auch andere Theatermacher davon nutzen?
00:29:58: In Nürnberg ist es so, dass sie sich jetzt außer mehreren Jahren damit beschäftigen... Also Sie haben die Brillen angeschafft!
00:30:03: Sie haben sich mit Software auseinandergesetzt.
00:30:05: Sie haben Technikerinnen am Haus, die sich ganz spezifisch damit beschäftigt wie können wir im Theater XR nutzen?
00:30:12: Und darüber entstand eigentlich eine Sammlung an Codes, an Best Practice und Tools die unter diesem Namen XRT Toolkit zusammenkommen.
00:30:21: Vor allem von Niels Korte und Phil Jungschläger, die da ganz viel entwickelt haben.
00:30:27: Dieses Software ist ja wirklich mit einem Paket an verschiedenen Softwares Routinen und Möglichkeiten.
00:30:33: Die wurde uns erst mal zur Verfügung gestellt als gesagt wurde Wir würden gerne mit x arbeiten und dann hieß es ja kein Problem, wir haben hier ein Toolkit.
00:30:40: Und wir haben Dinge die wir dafür nutzen und wir haben irgendwie Erfahrungswerte wie wir damit arbeiten können.
00:30:46: Und dieses Toolkit wurde auch inzwischen schon verwendet an in anderen Produktionen weil dann immer wieder Menschen sagen ich habe hier was in Nürnberg gemacht und ich würde jetzt aber auch gerne in Essen eine Produktion machen die ähnlich ist und dann kommt teilweise Leute mit bringen diese Möglichkeiten und Wege mit.
00:31:03: Und müssen nicht immer wieder von Anfang an sich überlegen, wie kann ich eigentlich in einem Theater mit XR arbeiten?
00:31:11: Was wir jetzt machen ist... Wir machen das ja als Co-Produktion mit dem Staatstheater Nürnberg und entwickeln da unseren Theaterabend, den wir im Staatstheatre zeigen im XRT Und haben aber auch gesagt, dieses Toolkit.
00:31:24: Das ist für uns wahnsinnig wichtig und das Wahnsinnig toll, dass wir das verwenden können.
00:31:27: Können wir das nicht irgendwie tatsächlich öffnen und auch zugänglich machen?
00:31:31: Wie bei allen Open-Sourcing hängt es da meistens an der Dokumentation des Ganzen.
00:31:38: Was wir über die Produktion und durch die Förderung des FFF machen können, ist zu sagen alle Ideen, alle Wege... Technologien die ihr dafür auch spezifisch entwickelt hat.
00:31:50: Lass uns sie zugänglich machen für andere Theater und für andere Teatermacherinnen damit auch Sie damit arbeiten können, weil das eine große Hürde am Theater dass jedes Theater immer von neuen rausfinden muss.
00:32:00: wie können wir denn eine VR Brille an unser Lichtpult anschließen?
00:32:04: Das ist ein ganz banales Problem ist aber auch wieder eine Sache die jedes Theater machen muss.
00:32:09: irgendwie müssen sie sich damit beschäftigen, wie können wir das an unsere Tonanlage anschließen?
00:32:13: Wie können wir was machen, wo unsere Technikerinnen nur auf Play drücken müssen und dann läuft dieser Abend.
00:32:18: Und das ist das XRT Toolkit.
00:32:20: Das ermöglicht dass mehrere Menschen auch gleichzeitig in dem Raum diese Brillen tragen miteinander sich austauschen können, sich Requisiten hin- und herreichen können.
00:32:27: so ganz grundlegende Dinge die das Theater braucht und die das theater von xr braucht wurden dort entwickelt und vorangebracht und da freuen wir uns total jetzt auch über die Produktion.
00:32:37: tatsächlich eine Dokumentation stattfindet und dieses Teilen auch weiter geht davon.
00:32:41: Sehr gut, dann werden wir bald hoffentlich noch viel mehr Produktion sehen überall!
00:32:45: Wir haben uns jetzt sehr auf XA konzentriert aber natürlich schwebt gerade KI über allem und du beschäftigst sich ja auf jeden Fall mit künstlicher Intelligenz.
00:32:51: vielleicht kannst du nur einen kurzen Einblick daran geben was dich da fasziniert vielleicht auch verstört aus Theaterperspektive aktuell?
00:32:58: Bei uns ist es so dass wir mit KI haben.
00:33:02: wir gearbeitet auch vor zwei Jahren mit Christina Maliseva.
00:33:07: Die ist eine Autorin, die sich ganz viel mit Large Language Models auseinandergesetzt hat.
00:33:12: Und dort hatten wir eigentlich das erste Mal im größeren Umfang mit KI gearbeitet und mit Large language Models auch vor allem und haben einen Theateramt gemacht wo acht Schauspielschülerinnen damals mit In-Ears gearbeitet haben und gleichzeitig liefen acht Chatbots, die im Hintergrund den Text des Theateramts jeden Abend live generiert haben Und die Spielerinnen waren im Endeffekt die Avatare dieser Chatbots und haben miteinander gespielt, miteinander gesprochen.
00:33:40: Immer wieder neue Geschichten erlebt andere Räume durchlebt und andere Texte gehabt weil sie immer in dem Moment tatsächlich live in ihr Ohr kamen.
00:33:47: Das war so ein recht großer technischer Aufbau und da ging es auch sehr viel darum was kann KI?
00:33:54: Inwiefern ist das eine Zukunft für diese Schauspielstudierenden?
00:33:57: Ist das ein Weg wo's hingeht?
00:33:59: werden wir in Zukunft nur noch Texte von KI sprechen?
00:34:02: Der war auch kritisch, aber auch sehr lustvoll und hat sehr viel Spaß gemacht.
00:34:06: Auch damals beim Schauspielschul treffen in Salzburg glaube ich eine wichtige Position eingenommen um darüber zu verhandeln und darüber zu reden Und das war uns auch wichtig dass wir gesagt haben Wir sagen nicht dass dieser Theaterarm das non plus ultra ist und alles so sein muss.
00:34:21: Aber ihr müsst euch damit auseinandersetzen.
00:34:23: Ihr müsst darüber sprechen weil das wird kommen entwickelt, gemeinsam die Regie hatte Markus Lobbis der die Akademie für Theater und Digitalität leitet.
00:34:33: Der jetzt auch im Bayreuth dieses riesengenerative KI Experiment gemacht hat Und das war wahnsinnig interessant weil es eine absolute Zuwendung an KI war und auch ne komplette Abgabe an diese Technik ein Riesenaufwand dahinter war.
00:34:48: Wo jetzt tatsächlich KI bei uns vorkommt ist dann aber tatsächlich wenn man darüber hinausgeht ist, dass wir jetzt anfangen die mehr als Tool zu sehen und als Bestandteil.
00:34:59: Weil wir nicht daran glauben jetzt unbedingt das man sagen muss oh toll die KI schreibt uns nimmt uns die ganze künstlerische Arbeit ab und wir können uns auf das praktisch konzentrieren.
00:35:08: Das will ja keiner und wir wollen Geschichten von Menschen erzählen und Geschichten wo Menschen miteinander reden.
00:35:13: Wir bringen KI aber sowohl in der Programmierung von Anwendung fürs Theater immer wieder rein auch wenn es darum gehen umfangreiche Listen und Recherchen zu erstellen.
00:35:22: dafür nutzen wir schon vier large language models oder haben auch immer wieder was sich so über die letzten jahre einschleicht, immer wieder avatare chatbots ki-agenten wesen auf der bühne die mit den spielerinnen reden und das macht wahnsinnig spaß weil wir anfangen können tatsächlich mithilfe von k i diese technik entsprechend zu bringen.
00:35:45: Und die technik als gleichberechtigten teil mit auf die bühnen zu bringen.
00:35:48: das heißt wir haben drei schauspielerin Chatbot, wer mit ihnen redet und der auch reagieren kann.
00:35:54: Der genau so reagieren können wie das auch die Spielerinnen machen können.
00:35:57: Und da macht es dann Spaß.
00:35:58: also nicht dazu zu sagen wir machen einen Abend der sich nur um KI dreht sondern wir können die Technik die wir eher auf der Bühne benutzen zum interaktiven Teil werden lassen.
00:36:07: sie kann reagieren und sie kann irgendwie da sein und mit Teil haben an dem Abend.
00:36:12: Das interessiert uns und das machen wir auch weiterhin und da wird in den kommenden Produktionen immer wieder ein Teil davon sein.
00:36:20: Dann haben wir nur noch eine Frage offen.
00:36:21: Du kennst wahrscheinlich die ganze digitale Theater-Szene im deutschsprachigen Raum, was sollte man sich wo in nächster Zeit unbedingt anschauen?
00:36:30: Wenn man Bayreuth jetzt schon verpasst hat, was ich glaube als Diskussionsbeitrag auf jeden Fall sehenswert finde, sehe ich jetzt den nächsten Dinge, die wir so offen schon schirm haben natürlich sowas auch für die Arselektroniker weil genau in der Medienkunst eigentlich auch ganz viele Dinge schon passieren ,die wir in Zukunft im Theater sehen werden.
00:36:48: Und die nächste Sache, zu der ich gehe ist in Berlin.
00:36:52: Das Stück heißt Internet Explorer ist eigentlich auch eher eine fast installative Arbeit von Theresa Reiver am Hebble am Ufer sehr zu empfehlen weil sie sich auch in ihrer Arbeit schon seit vielen Jahren damit auseinandersetzt wie man KI und Technologien im Theater einsetzen kann.
00:37:08: wahnsinnig unterhaltsamer und essayistischer Zugriff über sechs Stationen Internet Explorer, eins bis sechs oder eins bis sieben.
00:37:16: Ich weiß nicht wie viele Versionen Sie jetzt im Endeffekt haben.
00:37:18: ein großes Internet Café mit ganz vielen Monologen Text und Spiel Situation die da zusammenkommen.
00:37:25: Und dann ist in Oktober wenn man sich so für den State of the Art interessiert in Deutschland das Performing Arts und Digitalität Festival ich weiß gar nicht genau wo es dieses Jahr ist ob es Wiesbaden wieder ist was von der Akademie für darstellende Künste veranstaltet wird.
00:37:41: Und da kommt dann eigentlich beim Pad, wie es auch heißt.
00:37:45: Kommt alles zusammen was Theater und Technologien verbindet und was auch da von den Schauspielschulen bis zu etablierten Gruppen das zusammenbringt und auch im Form von einem Symposium immer sehr viel verhandelt.
00:37:56: von Was machen wir jetzt mit der Technik?
00:37:58: Jetzt wo sie bei uns im Theater ist
00:37:59: Super!
00:38:00: Und dann natürlich ist ja auch schon im halben Jahr Februar Startzeit in Nürnberg die Geißel des Himmels.
00:38:05: Just herzlichen Dank für diese Einblick in deine Arbeit, weiß ich mal.
00:38:08: Danke sehr Vielen Dank.
00:38:13: Das war Folge eighty-two vom New Reality Podcast von AC und dem XA Bewerber.
00:38:18: Wenn euch gefallen hat, bewerten, abonnieren und weiterempfehlen!
00:38:21: Das Gespräch haben wir im August.
00:38:23: zwei tausend sechsundzwanzig aufgenommen.
00:38:25: Weitere Infos und Links zur Arbeit von Yoast zum FFFXA-Programm, zum XRT in Nürnberg.
00:38:31: All das findet ihr hier in den Show Notes.
00:38:33: Zum Eins in Neuen ist das zu Hause für Zukunftsoptimisten die mit neuen Ideen und Technologien die Welt besser wachen wollen und besteht außer diesem Podcast auch noch aus einem Online-Magazin einer Community-Plattform und Aus-Events.
00:38:45: der XA-Bevarier wurde gegründet um die XR-Community in Bayern voranzubringen.
00:38:49: Die Entwicklung und Verbreitung von XA Anwendungen zu unterstützen und auch die Sichtbarkeit des Standorts Bayern fördern, mehr erfahrt ihr unter www.xahab-Pravaria.de.
00:38:59: Dieser Podcast ist möglich durch die Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales.
00:39:04: Vielen Dank dafür und bis zum nächsten Mal!
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